Sachverständiger – Dipl.-Forstwirt

Paulownia-Forschung in Norddeutschland

Paulownia-Forschung seit 1998

Nils Tornow hat sich zum Ziel gesetzt Paulowniaarten und -hybriden verschiedener Herkünfte unter den nordwestdeutschen Klimabedingungen heranzuziehen um möglichst gut angepasste Individuen zu selektieren. Die am besten entwickelten Individuen sollen im weiteren Verlauf in Klonversuchsanbauten primär auf Überlebensfähigkeit und mittelfristig auf ihre Eignung hinsichtlich der Holzerzeugung geprüft werden. Paulowniaholz ist hochwertig und sehr vielseitig verwendbar. Unter geeigneten Bedingungen erreichen die Bäume enorme Zuwächse.

Genetische Diversität durch Aussaat

Hinsichtlich der generativen Anzucht, verschiedener vegetativer Vermehrungsmethoden und dem Verhalten im Freiland konnten seit 1998 umfangreiche auf nordwestdeutsche Verhältnisse zugeschnittene Spezialkenntnisse gesammelt werden.

Mittlererweile berät Nils Tornow bundesweit und im europäischen Ausland potenzielle Paulownia-Anbauer.

Derzeit werden über 20 Herkünfte mehrerer Arten und einigen Hybriden in mehr als 1000 Exemplaren auf ihre klimatische Adaptionsfähigkeit geprüft. Da es sich hierbei fast auschließlich um aus Saatgut gezogene Bäume handelt liegen somit rund 1000 verschiedene Genome vor.

Paulowia Sämling

Erste Resultate liessen aufhorchen

Der nordwestdeutsche Raum liegt streng genommen außerhalb der klimatisch günstigen Bereiche für diese Spezies. Jedoch bereits seit 1998 von Nils Tornow angelegte Paulownia-Versuchsanbauten im Landkreis Stade zeigten bei einigen Exemplaren vorher nicht für möglich gehaltene Entwicklungen.

Paulownia neigt schon innerhalb der Nachkommenschaft eines Baumes zu erheblicher Variation.

So ist es erstaunlich, dass Nachkommen eines Baumes sich sehr unterschiedlich anpassen können. Einige Exemplare leiden stark unter Blattpilzbefall und frieren jedes Jahr bis zum Boden zurück, andere zeigen Zuwächse von zwei Metern im Jahr auf gleichem Standort ohne nennenswerte Frostschäden.

Auch die starken Fröste im März 2006 wurden von diesen Exemplaren schadenfrei überstanden. Den stärksten Zuwachs zeigte ein Exemplar mit über neun Metern in drei Jahren.

Von großer Bedeutung ist, dass die Bäume nicht nur in einer Vegetationsperiode guten Zuwachs leisten oder in den ersten zwei. Dies ist bei Paulownia relativ einfach zu erreichen. Entscheidend für den Erfolg eines Anbaues ist, dass die Bäume zuverlässig in den ersten zwanzig oder mehr Jahren einen entsprechenden Massen- und vor allem Wertzuwachs leisten. Das Ganze begleitet mit den richtigen und individuell abgestimmten Kulturmaßnahmen, deren Erforschung ebenfalls ein Ziel von Nils Tornow ist. Man kann auch eine Feige in Nordwestdeutschland in einem guten Sommer zu Zuwächsen von über einem Meter bringen. Aber man wird deswegen sicher keine Feigenholzplantage anlegen.

 

Anzucht

Paulownia Anzucht

Steckling

Wurtel

9 Meter Zuwachs in drei Jahren

Über neun Meter Zuwachs in drei Jahren!